Derzeit ist bei Google das große Durchmischen angesagt, mehr oder weniger jeder Service ändert zumindest sein Erscheinungsbild und fügt noch mehr Querverbindungen zu anderen Google-Diensten ein. Schon vor geraumer Zeit wurde die Google Analytics Beta-Version angekündigt und seit gestern erhalten nun nach und nach immer mehr Nutzer Einblicke in die neuen Funktionen. Der breite Roll-out kommt aber erst Anfang 2012.
Was bringt Google Analytics 5?
Neben einer Runderneuerung der Optik und einer Umstrukturierung der Navigation fällt vor allem auf, dass immer mehr Daten in direkter Verbindung zu ursprünglich separaten Diensten integriert werden. Dazu gehören neben Adwords, welches schon länger eingebunden werden konnte auch Adsense und die GoogleWebmaster-Tools. So sind die Daten über CTRs (Click-Through-Rate) und Impressionen bei Suchanfragen nur zu sehen, wenn man die Authentifizierung in den GWT durchgeführt hat.
Ebenfalls neu sind die Funktionen Besucherfluss, Echtzeit-Tracking und das Multi-Channel-Tracking dazu aber unten mehr. Insgesamt fällt auf, dass Google mehr Augenmerk auf die Sozialen Netzwerke und Mobilgeräte legt. Diese Informationen war zwar schon immer verfügbar, erforderten aber teilweise den Umgang mit Erweiterten Segmenten, die gerade für wenig geübte User nicht immer leicht zugänglich waren.
Besucherfluss – Woher komme ich und wohin…
Die Trichternavigation war in der Vergangenheit ein wichtiger Punkt um klassische Flaschenhälse zu erkennen, also Seiten, auf denen ungewöhnlich viele Besucher abspringen. Die Trichternavigation musste in der Regel angelegt werden und konnte eben auch nur einen Weg überwachen. Durch Abgleich diverser Daten waren zwar auch andere Bewegungen zu erkennen, aber eben nicht schnell zu visualisieren. Hier geht Google nun einen deutlichen Schritt weiter und ermöglicht mit dem Punkt Besucherfluss (unter ⇒ Besucher) direkte Übersichten, von welcher Seite sich Besucher zu welcher anderen Seite bewegt haben. Durch eine Vielzahl an Variationen, kann so ziemlich jedes erdenkliche Segment(Sprache, Suchmaschinen, Keywords, Mobilgerät,…) Startpunkt dieser Übersicht sein. Einzelne Pfade lassen sich dabei hervorheben, isolieren und so detailliert überprüfen.
Echtzeit-Tracking – Im Hier und Jetzt
Wer hat sich nicht schon immer gefragt, was genau in diesem Moment gerade auf der eigene Homepage passiert. Besonders wenn man bedenkt, dass die Analytics-Daten immer etwas der Echtzeit hinterher hängen, man Designänderungen nur “mal eben” testen möchte oder gerade eine Meldung bei Facebook abgesetzt wurde, kann diese Information schon relevant sein. Die Idee des Echtzeit-Tracking wurde schon mehreren Trackingsystem umgesetzt und so war es wohl nur eine Frage der Zeit bis auch Google auf diesen Zug aufspringen würde.
Im Fall Google Analytics 5 reagiert das Tracking aber schon fast beängstigend exakt. So können nicht nur die aktuellen Besucher angezeigt werden, mit Standort, aktueller Seite und Quelle (Suchmaschine, Direkt, Verweiser), sondern auch die Historie der letzten 30 Minuten und 60 Sekunden(!). Die Anzeigeverzögerung zwischen echter Besucheraktion und der Anzeigeänderung bei Analytics liegt bei unter 5 Sekunden.
Multi-Channel-Trichter – Einflüsse der Vergangenheit
Bei Adwords ist Remarketing schon länger ein Thema, und wer hat sich nicht schon gewundert, dass plötzlich auf allen Seiten die Werbung des gestern betrachteten Produkts wieder und wieder auftaucht. Mit dem Multi-Channel-Trichter sollen all diese verschiedenen Kanäle wie Verweiser, Adwords, Social-Marketing, Mail-Newsletter und wesentlich mehr auf einfache Weise in Zusammenhang gebracht werden. Anders als der Besucherfluss, der sich selbstständig aufbaut, müssen Channel-Trichter aber – wie ehemals die Trichter-Navigation – vorher eingerichtet werden. Das englische Demo-Video zeigt gut, wie Multi-Channel-Trichter funktionieren:
Google Analytics 5: Besucherfluss und Echtzeit,

